Bioprojekt der Stadt Chemnitz / Oktober 2018

TU-Chemnitz: Modellversuch zum Einsatz mit Filterdeckeln

89,5 % waren der Meinung, dass die Geruchsblästigung durch den Filterdeckel reduziert wurde

ZIELSTELLUNG:

Da bei der Bevölkerung häufig die bei Biotonnen auftretenden Geruchsbelästigungen als Grund gegen eine Getrenntsammlung genannt werden, wurden an ausgewählten Standorten innerhalb der Stadt Chemnitz die vorhandenen Biotonnen gegen volumengleiche ausgetauscht, deren Deckel mit einem Geruchsfilter versehen waren. Es sollte geprüft werden, ob diese zur Geruchsreduzierung in der Umgebung der Biotonnen beitragen. Dies erfolgte an 34 Standorten unter Einbeziehung verschiedener Siedlungsstrukturen, wobei der Schwerpunkt auf der dichten Bebauung lag, da hier erfahrungsgemäß die meisten Probleme hinsichtlich Geruchsbelästigung auftreten.

ERGEBNIS:

Bei der Befragung am Ende des Testzeitraumes (August bis November) wurde eine Rücklaufquote von 30 % erreicht.

Vor dem Einsatz des Filterdeckels empfanden 83% der Befragten, dass durch die Biotonne Belästigungen ausgehen. In Großwohnanlagen (GWA) waren häufiger ständige Belästigungen zu verzeichnen (29%) als in Mehrfamilienhäusern (MFH - 18%). Ebenso überwog in Mehrfamilienhäusern die Aussage, dass von der Biotonne überhaupt keine Belästigungen ausgehen.

Belästigungen durch die Biotonne

Vor dem Einsatz des Filterdeckels wurde in beiden untersuchten Siedlungsstrukturen - Großwohnanlagen und Mehrfamilienhäuser - Geruch als die häufigste Art der Belästigung genannt. 89,5% waren der Meinung, dass diese durch den Einsatz des Filterdeckels reduziert werden konnte.

Ebenfalls eine starke Belästigungsquelle stellen Insekten bzw. Maden dar. Hierbei wurde eine Reduzierung durch den Filterdeckel von 81% der Befragten festgestellt, wobei keine Unterschiede zwischen Großwohnanlagen und Mehrfamilienhäusern bestehen. Ein eher geringes Belästigungspotential stellen Schimmelpilze und andere Belästigungen, wie zum Beispiel stauende Nässe in den Biotonnen, dar. Hierbei wurde auch nur ein geringer Rückgang dieser Probleme durch den Einsatz des Filterdeckels festgestellt.

Rund 10% der Befragten benutzen nach ihren Angaben auf Grund des Filterdeckels die Biotonne jetzt häufiger als vorher. Das betrifft 14% der Bewohner in Mehrfamilienhäusern von Innenstadtbereichen und 7% der Bewohner in Großwohnanlagen. Der Anteil der Biotonnen-Nichtbenutzer ging insgesamt auf 1% zurück. In Mehrfamilienhäusern wird die Biotonne nunmehr von allen genutzt, obwohl vor dem Test noch 4% dieser Haushalte angaben, die Biotonne nie zu benutzen. Der Einsatz dieses Filterdeckels führt also in einem gewissen Umfang zu einer Akzeptanzsteigerung der Biotonne.

Datum
10.10.2018
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